Errichtung und Betrieb einer Grundwassersanierungsanlage im Abstrom der Kontamination mit mehrstufigem Reinigungsprozess (mechanische und biologische Stufe, sowie Aktivkohlefilter) und Sanierung/ Förderung der Teerölphase aus 40 m Tiefe. Bei der Reinigung des Grundwassers wird 95 % der PAK-Verunreinigung durch die mechanische und biologische Stufe entfernt. Letztendlich hat das gereinigte Grundwasser fast Trinkwasserqualität.

Problemstellung

Ein Grundwasserleiter in Kirchseeon bei München ist durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Quecksilber verunreinigt, welche auf ein ehemaliges Imprägnierungswerk von Schwellen zurückzuführen sind.

Lösungsansatz

Errichtung und Betrieb einer Grundwassersanierungsanlage im Abstrom der Kontamination mit mehrstufigem Reinigungsprozess (mechanische und biologische Stufe, sowie Aktivkohlefilter) und Sanierung/ Förderung der Teerölphase aus 40 m Tiefe. Bei der Reinigung des Grundwassers wird 95 % der PAK-Verunreinigung durch die mechanische und biologische Stufe entfernt. Letztendlich hat das gereinigte Grundwasser fast Trinkwasserqualität.

Projektbeschreibung

In den Jahren von 1869 bis 1956 wurden auf dem Gelände in Kirchseeon Schwellen für die Schienenstrecken im Königreich Bayern und später für ganz Deutschland hergestellt. Zum Schutz vor Verwitterung wurden die Holzschwellen mit Teeröl und Quecksilber imprägniert. Dies führte zu einer Verunreinigung des Grundwassers durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und z.T. Quecksilber. Zur Abstromsicherung wurde im Jahr 2005 eine Grundwasserreinigungsanlage mit einer Brunnengalerie von 6 Förderbrunnen und 2 Versickerungsbrunnen, einem maximalen Durchsatz von 35 m³/ h und einer maximalen Entnahmemenge von 265.000 m³ pro Jahr errichtet. Das Grundwasser wird über einen mehrstufigen Reinigungsprozess (mechanische und biologische Stufe, sowie Aktivkohlefilter) vollständig von Teeröl befreit. Über 10 Jahre wurden ca. 4,7 Tonnen gelöstes Teeröl aus dem Grundwasser entfernt und ca. 10,6 Tonnen an reinem Teeröl gefördert. Dieses wurde durch die Druckentlastung der Grundwasserförderung mobilisiert und gesondert gefördert. Im Jahr 2015 wurde die bis dahin bestehende Anlage durch eine mehr als dreimal leistungsfähigere Anlage ersetzt, sodass der maximale Durchsatz bei 95 m³/ h und die maximale Entnahmemenge bei 830.000 m³ pro Jahr liegen. Dabei stehen nun 8 Förder- und 3 Versickerungsbrunnen zur Verfügung. Dadurch kann ein optimales Förderregime zur Abstromsicherung bei unterschiedlichen hydraulischen Zuständen (z.B. Starkregenereignissen) gewährleistet werden und durch eine höhere Druckentlastung im Grundwasserleiter mehr reines Teeröl mobilisiert und entnommen werden.

Zusätzlich wird parallel zur PAK-Sanierung auch quecksilberhaltiges Grundwasser über eine weitere Anlage gereinigt, in der bisher ca. 6 kg Quecksilber aus dem Grundwasser entfernt wurden.

152700 BfU GWBA Absicherung

Bildquelle: Büro für Umweltfragen GmbH

Weitere Informationen

  • www.bfu-int.de
  • Höckenreiner, Neugebauer & Elango (2013): Ex situ bioremediation method for the treatment of groundwater contaminated with PAHs; International Journal of Environmental Science and Technology, doi 10.1007/s13762-013-0427-5
  • Verfasser: Büro für Umweltfragen GmbH, Maximilian Haase, Starnberger Str. 22, 82131 Gauting