Netzwerkveranstaltung bei der Kneipp GmbH in Ochsenfurt zeigt, wie Unternehmen Klimarisiken erkennen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken können.
Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit stellen Unternehmen vor wachsende Herausforderungen. Gleichzeitig sind sie auf belastbare Standorte, funktionierende Verkehrs- und Lieferketten sowie eine sichere Versorgung mit Wasser und Energie angewiesen. Wie sich Unternehmen auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten und ihre Klimaresilienz stärken können, stand im Mittelpunkt der Netzwerkveranstaltung „Klimaresilienz in der Praxis: Unternehmen zukunftssicher aufstellen“ am 13. Oktober 2026 bei der Kneipp GmbH in Ochsenfurt. 20 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, fachliche Impulse und Einblicke aus der Unternehmenspraxis miteinander zu verbinden.
Klimarisiken erkennen und gezielt handeln
Zum Auftakt gab Ronja Bayerle von der IZU-Servicestelle „Klimabewusstes Unternehmen“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt einen Einblick in die Klimafolgen für Betriebe und Lieferketten. Unter dem Titel „Risiken sehen, Chancen gestalten: Klimafolgen für Betrieb & Lieferkette“ ging es um mögliche Auswirkungen des Klimawandels und Ansätze für die betriebliche Anpassung.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Starkregen und Hochwasser können Produktionsverluste oder -ausfälle verursachen, zunehmende Hitzeperioden die Belastung für Mitarbeitende erhöhen und Extremereignisse Transportwege sowie Lieferketten beeinträchtigen. Welche Risiken besonders relevant sind, hängt dabei wesentlich vom jeweiligen Unternehmensstandort ab. Während in manchen Regionen Naturgefahren eine größere Rolle spielen, können andernorts Hitze und Trockenheit stärker ins Gewicht fallen.
Eine fundierte Analyse der eigenen Betroffenheit bildet deshalb eine wichtige Grundlage für wirksame Anpassungsmaßnahmen. Unternehmen können so mögliche Risiken frühzeitig erkennen und in ihre betrieblichen Planungen und langfristigen Investitionsentscheidungen einbeziehen.
Praktische Unterstützung: Klimarisiken am Standort analysieren
Wie Unternehmen ihre eigene Betroffenheit systematisch erfassen können, zeigte Ronja Bayerle anhand einer Excel-basierten Arbeitshilfe zur Ermittlung von Klimarisiken am Unternehmensstandort in Bayern.
Das Tool unterstützt Unternehmen dabei, relevante regionale Klimagefahren abzufragen, die eigene Betroffenheit strukturiert zu analysieren, Risiken einzuschätzen und geeignete Anpassungsmaßnahmen abzuleiten. Die Excel-Datei kann im Unternehmen zentral gespeichert und gemeinsam mit verschiedenen Abteilungen an die betrieblichen Anforderungen angepasst werden.
Damit erhalten Unternehmen eine praktische Grundlage, um Klimarisiken frühzeitig in ihre Entscheidungen einzubeziehen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels gezielt zu stärken.
Die Excel-Arbeitshilfe zur Ermittlung der Klimarisiken am Unternehmensstandort unterstützt Unternehmen in Bayern bei der systematischen Betroffenheitsanalyse: Link zur Arbeitshilfe
Einblicke in die Unternehmenspraxis bei Kneipp
Im Anschluss berichtete Sascha Landgraf von der Kneipp GmbH aus der Unternehmenspraxis. Dabei ging es um die Bedeutung, sich mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen und mögliche Anpassungsmaßnahmen in den Blick zu nehmen.
Auch Kneipp beschäftigt sich im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsaktivitäten mit den Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen, seine Lieferketten und die eingesetzten Rohstoffe. Die Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen verdeutlicht, dass Klimafolgen nicht nur einzelne Betriebsbereiche betreffen können, sondern auch für die langfristige Unternehmensentwicklung relevant sind.
Bei einer anschließenden Betriebsbesichtigung erhielten die Teilnehmenden weitere Einblicke vor Ort. Das abschließende Get-together bot Gelegenheit, Eindrücke zu vertiefen, Fragen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Gruppenfoto, Foto: IHK Würzburg-Schweinfurt
Klimaresilienz als Teil unternehmerischer Vorsorge
Die Netzwerkveranstaltung machte deutlich, wie wichtig es für Unternehmen ist, mögliche Klimarisiken für den eigenen Betrieb und die Lieferkette frühzeitig in den Blick zu nehmen. Eine standortspezifische Betroffenheitsanalyse hilft dabei, Risiken besser einzuschätzen und geeignete Anpassungsmaßnahmen zu planen.
Klimaanpassung ist damit ein wichtiger Bestandteil unternehmerischer Vorsorge und langfristiger Investitionsentscheidungen. Wer sich frühzeitig mit veränderten klimatischen Bedingungen auseinandersetzt, schafft eine wichtige Grundlage für die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom BIHK e. V., der IHK Aschaffenburg, der IHK Würzburg-Schweinfurt und dem Umweltcluster Bayern organisiert.
Weitere Informationen
zum gemeinsamen Arbeitsprogramm 2027 mit den bayerischen Industrie und Handelskammern:
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