Retrofit für Recyclinganlagen - was die Nachrüstung vorhandener Technik leisten kann

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Projektbeschreibung

(SM) Neue regulatorische Anforderungen wie die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und die EU-Altfahrzeugverordnung (ELV-Verordnung) bringen Dynamik in den Rezyklatmarkt und erhöhen den Bedarf an hochwertigen Kunststoffrezyklaten. So macht die PPWR ab 2030 Vorgaben zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen und zum Anteil an Post-Consumer-Rezyklat. Die neue ELV-Verordnung sieht für neue Fahrzeugtypen ab 2032 mindestens 15 % und ab 2036 mindestens 25 % recycelten Kunststoff aus Post-Consumer-Abfällen vor. Für die bestehende Wertschöpfungskette entlang des Kunststoffrecyclings stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie können diese Bedarfe gedeckt werden? Müssen vorhandene Anlagen gezielt modernisiert und an neue Markt- und Qualitätsanforderungen angepasst werden – und wann kann Retrofit gegenüber einer Neuinvestition wirtschaftlich sinnvoll sein?

Hier setzt NuPotRec an. Das Projekt untersucht, wo entlang der Wertschöpfungskette für Post-Consumer-Rezyklate (PCR) Handlungsbedarf besteht, welche Bedarfe und Stellschrauben es gibt und welche Modernisierungspotenziale in bestehenden mechanischen Kunststoffrecyclinganlagen in Bayern liegen. Ziel ist eine praxisnahe Entscheidungsgrundlage für mögliche Retrofit-Maßnahmen. Dabei werden technische, wirtschaftliche, organisatorische und regulatorische Aspekte gemeinsam mit Akteuren aus der gesamten Wertschöpfungskette betrachtet.

Hintergrund

Die Anforderungen an recycelte Kunststoffe verändern sich. Unternehmen benötigen zunehmend Rezyklate mit definierten und reproduzierbaren Materialeigenschaften, Qualität und Reinheit sowie nachvollziehbarer Dokumentation. Gleichzeitig stehen bestehende Sortier- und Aufbereitungsanlagen vor sehr unterschiedlichen Ausgangslagen: Anlagenalter, Stoffströme, technische Ausstattung, Automatisierungsgrad und Digitalisierungsstand unterscheiden sich.

Modernisierung kann dabei an vielen Stellen ansetzen – beispielsweise bei Sensorik und Erkennung, Sortierprozessen, Steuerung und Datenmanagement, Digitalisierung und KI, Qualitätssicherung oder ergänzenden Trenn- und Aufbereitungsverfahren. Dabei gilt nicht zwangsläufig „je mehr Sortierung, desto besser“: Entscheidend ist das Zusammenspiel von Qualität, Ausbeute, technischen Möglichkeiten und Wirtschaftlichkeit.

Projektziel und Inhalte

Ziel von NuPotRec ist es, Recyclingpotenziale bestehender Anlagen zu erkennen und systematisch zu bewerten. Dazu wird zunächst die bayerische Akteurs- und Anlagenlandschaft betrachtet und der konkrete Modernisierungs- und Unterstützungsbedarf bei Unternehmen erhoben.

Dabei sollen nicht nur Rezyklatanbieter und Sortier- und Recyclinganlagenbetreiber involviert werden, sondern auch Verarbeiter und Abnehmer von Rezyklaten, Compoundeure, Technologie- und Lösungsanbieter, Verbände, Forschungseinrichtungen und weitere relevante Akteure der Wertschöpfungskette.

In Interviews und Fachworkshops werden unter anderem technische Engpässe, Stoffströme, Prozessschritte, Daten- und Schnittstellenfähigkeit, Qualitätssicherung, Investitionshemmnisse und regulatorische Anforderungen untersucht.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Vernetzung der verschiedenen Akteure. Anlagenbetreiber und Technologie- bzw. Lösungsanbieter aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Sensorik, Software, Automatisierung und technische Dienstleistungen sollen ebenso zusammengebracht werden wie weitere Akteure entlang der Rezyklat-Wertschöpfungskette. Gemeinsam sollen typische Modernisierungsszenarien und geeignete Lösungswege herausgearbeitet werden.

Zentrale Ergebnisse des Projekts sind:

  • der Retrofit-Baukasten als strukturiertes Prüf- und Planungsinstrument,
  • die Checkliste „Fit für Retrofit?“ zur ersten Einschätzung bestehender Anlagen,
  • ein Whitepaper mit den Projektergebnissen und Handlungsempfehlungen sowie
  • Empfehlungen für mögliche staatliche Förderansätze zur Unterstützung von Anlagenmodernisierungen.

Zielgruppe

NuPotRec richtet sich insbesondere an:

  • Recycling- und Entsorgungsunternehmen
  • Betreiber mechanischer Sortier- und Aufbereitungsanlagen
  • Maschinen- und Anlagenbauer
  • Verarbeiter von Rezyklaten und Compoundeure
  • Abnehmer und Inverkehrbringer von Kunststoffprodukten
  • Anbieter von Sensorik, Software und Automatisierung
  • technische Dienstleister
  • Forschungseinrichtungen
  • Fachverbände, Institutionen und Akteure aus Regulierung und Qualitätssicherung
  • förderpolitische Akteure

Damit bringt das Projekt unterschiedliche Perspektiven entlang der Wertschöpfungs- und Modernisierungskette zusammen und schafft eine gemeinsame Bewertungsgrundlage.

Sie wollen Teil des Projektes sein? Das Projekt ist offen für alle, die mit dem Thema zu tun haben – ob Sie eine Anlage betreiben, Technik dafür entwickeln, Rezyklate einsetzen oder an einer Hochschule dazu forschen. Beteiligen können Sie sich über Interviews, Fachworkshops oder mit einer eigenen Fragestellung.Sind Sie unsicher, ob Ihr Thema dazugehört? Melden Sie sich bei uns – wir klären das gerne im Gespräch.

 

Finanzierung / Projektträger

Projektdauer: 01.07.2026 bis 31.12.2027

Projektförderung: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Projektträger: Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e. V.

Vollständiger Titel: Nutzung der Potenziale des Retrofittings für eine schnelle und kostengünstige Anpassung an den Recyclingmarkt

Aktuelles

Veröffentlichungen / Publikationen

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Kontakt & Teilnahme

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